Prüfungsangst – Teil III

In den beiden vorhergehenden Teilen zur Prüfungsangst ging es um das Thema Prüfungsangst in der Zeit vor der Prüfung.

Heute zeige ich Euch, was Ihr direkt vor und während einer Prüfung alles machen könnt, um Euch zu beruhigen und zu entspannen. Denn nur durch Entspannung können wir unserem Gehirn signalisieren, dass alles in Ordnung ist, dass keine Lebensgefahr besteht sondern lediglich eine etwas kniffelige Situation.

Wir haben uns auch schon angeschaut, dass ein bisschen Angst vor einer Prüfung und der damit verbundene Adrenalinschub wichtig und hilfreich sind. Unsere Aufmerksamkeit ist geschärft, wir sind voll konzentriert und zu Höchstleistungen bereit.

Was aber tun, wenn wir Panik aufsteigen fühlen, wenn wir vor lauter Angst das wohlbekannte Brett vor dem Kopf haben und uns an nichts mehr von dem erinnern können, was wir gelernt haben…

In solchen Augenblicken brauchen wir schnelle und effektive Hilfe.

Direkt vor der Prüfung

  1. Direkt vor der Prüfung helfen uns die aus Teil I schon bekannten Übungen: Gehirnknöpfe rubbeln, Handkante mit einer positiven Affirmation klopfen und die Cook-Übung.
  2. Wichtig ist auch TIEFES DRUCHATMEN. In Stresssituationen beginnen wir flach und schnell zu atmen, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt und unser Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit dem für Hochleistung benötigten Sauerstoff versorgt.
  3. Das Halten unseres Mut-Fingers - des Zeigefingers – löst die Angst. Wir umschließen dabei den Zeigfinger der einen Hand mit der geschlossenen Faust der anderen Hand. – Nach 3 bis 5 Minuten wechseln wir die Hände.
  4. Wenn Panik in uns aufsteigt, können wir die Spitze des einen Mittelfingers mit der Spitze des anderen Mittelfingers ca. 2 Minuten sanft beklopfen und dabei tief durchatmen, das bringt schnelle Entlastung und macht uns wieder handlungsfähig.
  5. Ein weiterer Fingertrick ist, den unteren Rand des Mittelfingernagels mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand zu massieren. (Zeigefinger oben, Daumen unten). Während des Massierens atmen wir tief und ruhig ein und aus und denken immer wieder „Ich bin ruhig und entspannt, ich habe gut gelernt, ich beherrsche den Lernstoff…“ Die Hände wechseln wir spätestens nach einer Minute. Wir sollten diese Übung mindestens zwei Mal komplett durchführen, damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann.
  6. Falls wir vor der Prüfung noch einen Augenblick Zeit haben, können wir auch unsere Stirnhöcker (die Positiven Punkte) halten und uns dabei ganz auf tiefes Ein- und Ausatmen konzentrieren.
  7. Ein weiterer guter Tipp ist es, die sog. Entlastungspunkte sanft zu massieren oder auch nur zu halten (strömen). Das löst die Angst und hilft uns, wenn wir das Gefühl haben, unter dem Stress und den Lasten regelrecht zusammenzubrechen.
    Die Entlastungs-Energiepunkte liegen auf der Körperrückseite, am unteren Hals, dort wo Hals und Schulter einen Winkel bilden, ca. 2 Fingerbreit neben dem 1. Brustwirbel, dem Wirbel, der etwas hervorsteht.
  8. Das Halten der Handgelenke beruhigt uns, wenn wir uns gestresst und überfordert fühlen. Wir können unsere Handgelenke immer und überall halten. Wir können die wohltuende, entspannende Wirkung schon nach kurzer Zeit spüren. Außerdem lässt das lästige Zittern der Finger nach!

 

1. Hilfe während der Prüfung

Wenn wir eine oder mehrere der o.g. Übungen vor der Prüfung gemacht haben, dann müssten wir unsere Angst bereits weitestgehend im Griff haben. Dennoch kann es auch während der Prüfung zu regelrechten Angstattacken kommen. Wenn wir in einem Raum zusammen mit vielen anderen sitzen, die ebenfalls Angst vor der Prüfung haben, dann kann dies unsere eigene Angst wieder verstärken.

Während der Prüfung helfen uns die folgenden Übungen schnell wieder aus unserem "Angstloch":

  1. Um nicht die Ängste von all den anderen Prüfungsteilnehmern spüren zu müssen, hilft es, wenn wir uns vorstellen, dass wir von einem hellen, weißgoldenen Licht umgeben sind. Dieses strahlende Licht schützt uns und lässt keine Angstgefühle oder sonstige unguten Gefühle von anderen durch.
  2. Auch während der Prüfung gilt: TIEF DURCHATMEN. Immer wenn wir merken, dass die Angst wieder in uns aufsteigt, machen wir einige tiefe Atemzüge. Dabei hat es sich besonders bewährt, länger auszuatmen als einzuatmen (beim Einatmen zählen wir z.B. bis 7, beim Ausatmen mindestens bis 12)
  3. Und unser Mutfinger ist jetzt auch wieder gefragt. Während der Prüfung können wir jedoch schlecht den einen Zeigefinger mit der anderen Hand umschließen. Wir können aber mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bilden. Wir drücken die Spitzen der beiden Finger dabei fest aneinander und die Angst kann sich lösen.
  4. Bei schriftlichen Prüfungen können wir auch immer wieder die Entlastungspunkte (s.o. Punkt 7) massieren und unsere Gehirnknöpfe (unterhalb des Schlüsselbeins) rubbeln.
  5. Wenn wir genau wissen, dass wir eine Antwort kennen, sie uns aber nicht einfallen will – wir also das bekannte Brett vor dem Kopf haben, dann hilft uns das Halten der folgenden Punkte weiter: Wir legen den Zeigefinger der einen Hand auf den Energiepunkt direkt über der Augenbraue (Stirnhöcker) und den Daumen dieser Hand auf den Energiepunkt Mitte des Jochbeins (der Knochen unter dem Auge). Die andere Hand liegt auf den Balancepunkten (Grübchen im Nacken, direkt unterhalb des Kopfes, 3 Fingerbreit von den Ohren entfernt).
    Schon nach kurzer Zeit haben wir wieder einen klaren Kopf.
  6. Ein weiterer guter Tipp ist die Sonnengeflechtsübung. Ihr findest sie auf Seite 24 im Gratis-E-Book Leichter Lernen durch Entspannung. Diese Übung solltet Ihr im Vorfeld jedoch schon einige Male geübt haben, bevor Ihr sie in einer Prüfung anwendet.

Übrigens: Ganz wichtig vor einer Prüfung ist, dass wir genug Wasser getrunken haben. In Stress-Situationen steigt unser Wasserbedarf erheblich und unser Gehirn arbeitet nur dann gut, wenn wir ausreichend Wasser getrunken haben! Mein Tipp: Vor Prüfungen immer eine große Flasche Wasser dabei haben und viel trinken!

Weitere Tipps, um die Prüfungsangst in den Griff zu bekommen, findet Ihr außerdem im Gratis-E-Book „Leichter Lernen durch Entspannung“. Hier gibt es ein ganzes Kapitel zum Thema Angst und Nervosität!

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